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Stammzellenspenden retten Leben

Spätestens wenn das Thema Blutkrebs aus der Anonymität in den eigenen Bekannten-, Freund:innen oder sogar Familienkreis rückt, fühlt man die enorme Hilflosigkeit, die Betroffene und Angehörige spüren, sobald sie mit der Diagnose konfrontiert werden. Ein Mittel, dieser Hilflosigkeit aktiv etwas entgegenzusetzen, ist, sich selbst als Stammzellenspender:in zu registrieren.

Immer wieder erreichen und berühren uns ganz persönliche Aufrufe zur Stammzellenspende. Wie das geht, was es für einen selbst und vor allem für das Leben anderer bedeutet, wollen wir hier erklären.

Bei der DKMS für die Stammzellenspenden registrieren

Die gemeinnützige Organisationen DKMS – die Deutsche Knochenmarkspenderdatei – setzt sich seit inzwischen 35 Jahren dafür ein, weltweit so vielen Blutkrebspatient:innen wie möglich eine zweite Lebenschance zu geben und sorgt dafür, dass immer mehr Patient:innen eine lebensrettende Stammzellenspende erhalten.

Stammzellenspende, Leben retten und Stammzellenspender:in werden // HIMBEER
Blutkrebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, bei denen Blutzellen entarten und sich unkontrolliert vermehren. © DKMS

Warum Stammzellenspenden so wichtig sind – die Faktenlage

Die Zahlen und Fakten machen sprachlos: Alle zwölf Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die erschütternde Diagnose Blutkrebs, weltweit alle 27 Sekunden. Blutkrebs ist nach wie vor die häufigste Form von Krebs bei Kindern.

Mit der Diagnose beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn je schneller die eine passende Stammzellenspende gefunden wird, desto größer sind die Überlebenschancen der Patient:innen. Die Suche gleicht der Suche nach der vielzitierten Nadel im Heuhaufen, doch das passende Match zu finden, ist nicht unmöglich.

Persönlich werden – Stammzellenspende rettet Leben // HIMBEER
Blutkrebs ist nach wie vor die häufigste Form von Krebs bei Kindern. © Bethany Beck, Unsplash

Weltweit erkranken jedes Jahr 1.300.000 Menschen an Blutkrebs. Doch weltweit scheiden jedes Jahr auch 160.000 potenzielle Spender:innen allein aus Altersgründen wieder aus der Kartei aus.

Laufend neue Menschen zu finden, die bereit sind, sich als potenzielle Stammzellenspender:innen registrieren zu lassen, ist nicht nur notwendig, um die Kartei zu erweitern, sondern vor allem auch, um sie nicht schrumpfen zu lassen.

Zur Jahresmitte 2025 veröffentlichte die DKMS die Zahlen, dass sich die Aufnahme neuer und das Ausscheiden möglicher Spender:innen allein aus Altersgründen derzeit genau die Wage halten, es demnach aktuell kein Wachstum gibt. Dies verdeutlicht, wie enorm wichtig es ist, dass sich immer wieder neue Spender:innen registrieren lassen.

Wie wird man Stammzellenspender:in?

Grundsätzlich kann sich jeder gesunde Mensch im Alter zwischen 17 und 55 Jahren als potenzielle:r Stammzellspender:in registrieren. 17-Jährige dürfen zwar noch keine Stammzellen spenden, werden aber ab dem 18. Geburtstag automatisch in der Datei aktiviert und bei der Suche nach Spender:innen berücksichtigt.

Einmal registriert, ist es theoretisch bis zum 61. Lebensjahr möglich, als Spender:in in Frage zu kommen. Doch wie wahrscheinlich ist das überhaupt?

Persönlich werden, Stammzellenspende, einfach registrieren lassen // HIMBEER
Mit den Registrierungssets ist eine Registrierung  als Stammzellenspender:in schnell und umkompliziert möglich © DKMS

In der DKMS sind mehr als 13 Millionen potenzielle Spender:innen registriert, bis heute hat die Organisation mehr als 135.000 Stammzellspenden vermittelt. Im Jahr 2024 konnte die DKMS an allen sieben Standorten weltweit mehr als 9.126 Stammzellentnahmen ermöglichen, dennoch findet immer noch jede:r zehnte Patient:in in Deutschland kein passendes Match.

Ich bin ein Match! Was passiert nun?

Von Match spricht die DKMS, wenn der Fall tatsächlich eintritt, dass ein sogenannter genetischer Zwilling in der Datei gefunden wird. Für Spender:innen kann dies bis zum 61. Lebensjahr passieren, oft erst viele Jahre später nach der eigentlichen Registrierung.

Kommt es in Folge der ermittelten Übereinstimmung tatsächlich zu einer Spende, dann gibt es zwei verschiedene Methoden, die lebensrettenden Stammzellen zu gewinnen: die periphere Stammzellentnahme und die Knochenmarkentnahme.

Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt von der Erkrankung des:der Patient:in ab und es ist ratsam, sich bereits zum Zeitpunkt der Registrierung genau zu informieren, um im Falle eines Matches schnell Entscheidungen treffen zu können.

Von der Registrierung zur Spende – welche Möglichkeiten gibt es?

Mit ca. 90 Prozent kommt die Variante der peripheren Stammzellentnahme am häufigsten zum Einsatz. Ähnlich wie bei einer Dialyse werden bei dieser Methode Stammzellen über ein spezielles Verfahren (Apherese) aus dem Blut gewonnen. Dieser Vorgang dauert in etwa drei bis fünf Stunden und erfolgt meist ambulant.

In etwa 10 Prozent aller Stammzellenspenden wird die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm notwendig. Unter Vollnarkose wird in der Klinik ca. ein Liter lebensrettendes Knochenmark-Blutgemisch entnommen. Die Risiken bei diesem Verfahren beschränken sich auf die generellen Risiken, die jede Operation unter Vollnarkose mit sich bringt.

Durch umfassende medizinische Voruntersuchungen der Spender:innen werden mögliche Komplikationen so gering wie möglich gehalten. Und zu jedem Zeitpunkt ist die Spende selbstverständlich absolut freiwillig.

Schnell und unkompliziert – wie ihr euch registrieren lassen könnt

Die Registrierung als Stammzellenspender:in ist denkbar einfach. Immer wieder werden Registrierungsaktionen von Vereinen, Schulen und anderen Einrichtungen organisiert, wo man sich unkompliziert vor Ort registrieren lassen kann.

Mit nur wenigen Klicks kann darüber hinaus ein Set zur Probenentnahme über das Online-Formular auf der Website der DKMS bestellt werden. Innerhalb weniger Tage kommt das Registrierungsset per Post an die gewünschte Adresse.

Mit den beigefügten drei Wattestäbchen entnimmt man jeweils einen Abstrich der Wangenschleimhaut, lässt die Proben kurz an der Luft trocknen und schickt sie, gemeinsam mit der unterschriebenen Einwilligungserklärung, im beigefügten Umschlag an die DKMS zurück.

Stammzellenspende, Leben retten als Stammzellenspender:in // HIMBEER
Im DKMS Life Science Lab werden die Registrierungskits zunächst eingescannt und auf Vollständigkeit geprüft. © DKMS

Im Labor werden anschließend die relevanten Gewebemerkmale ausgewertet und das Ergebnis der Probe pseudonymisiert für den weltweiten Spendersuchlauf zur Verfügung gestellt. Damit endet es in den allermeisten Fällen.

Während des Registrierungsprozesses besteht die Möglichkeit, sich einen Account im DKMS Spender:innenportal anzulegen. Dies ist für eine Registrierung nicht zwingend notwendig, macht es aber sehr viel einfacher, die eigenen Kontaktdaten über die Jahre aktuell zu halten.

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Ein Pipettierroboter bearbeitet eine Spender:innenprobe im Labor © Tobias Sauer, DKMS Life Science Lab

Denn sollte es tatsächlich zu einer Übereinstimmung der Werte kommen, ist es von enormer Wichtigkeit, dass die DKMS schnell mit dem:der potenziellen Spender:in Kontakt aufnehmen kann. Für die auf Hilfe wartenden Patient:innen zählt jeder Tag!

Hoffnung schenken

Wie kann darüber hinaus weiter geholfen werden? Jede Registrierung kostet die DKMS 50 Euro. Geldspenden – auch unabhängig von der eigenen Entscheidung, sich registrieren zu lassen – stellen sicher, dass die DKMS arbeiten und darüber hinaus wichtige Forschung vorantreiben kann.

Zwischen all diesen Daten und Fakten bleibt es wichtig, sich bewusst zu machen, dass eine Transplantation für den:die Empfänger:in leider keine Überlebensgarantie darstellt, für viele Blutkrebspatient:innen jedoch die einzige oder letzte Lebenschance bedeutet.

Stammzellenspende, Leben retten und Hoffnung schenken // HIMBEER
Leben retten – Vielleicht bist du genau der richtige genetische Zwilling. © A. C., Unsplash

Und bei allen Bedenken und Ängsten, die mit der Entscheidung, sich als Stammzellenspender:in registrieren zu lassen, verständlicherweise einher gehen, ist der Gedanke, einem anderen Menschen möglicherweise das Leben zu retten und seinen weltweit vielleicht einzigen genetischen Zwilling kennenzulernen, doch der wertvollste Ansporn, den man sich vorstellen kann.

Macht mit! Jede Spende zählt!
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