Oma liest vor, Opa zeigt, wie man Blumen pflanzt – Momente, die wir oft als selbstverständlich hinnehmen. Das Fotograf:innen-Duo Cindy und Kay fängt genau diese flüchtigen Augenblicke ein. Wir haben mit ihnen darüber gesprochen, warum die authentische Begleitung von Großeltern so viel mehr ist als ein klassisches Porträt.
Regelmäßigen HIMBEER-Leser:innen sind ihre Bilder sicher schon begegnet – Cindy und Kay fotografieren häufiger für uns, wir schätzen ihre unaufgeregte, zugewandte Art und ihre Bilder sehr.
Eine ganz besondere Herzensangelegenheit des Fotograf:innenpaares sind ihre Großelternreportagen, einen Einblick davon bekommt ihr auch in unserer Titelgeschichte „GroßElternArtig. Wie Kinder durch Großeltern wachsen. und umgekehrt“.

Dabei fangen sie die leisen, ehrlichen Momente zwischen den Generationen ein und zeigen uns, wie wertvoll die Verbindung zu den Großeltern im Familiengefüge ist. Wir haben mit ihnen über die Geschichten hinter den Bildern gesprochen und gefragt, was sie bei ihrer Arbeit immer wieder aufs Neue berührt.
Mit Großelternreportagen authentische Bilder bewahren
Ihr habt euch auf dokumentarische Fotografie spezialisiert. Warum sind Großeltern für euch so spannende Protagonist:innen?
Weil sie ganz wesentliche Ankerpunkte in der Familie sind. Sie bringen Ruhe, ihre eigene Lebensart und ganz besondere Charakterzüge mit.

Uns geht es darum zu zeigen, dass sie aktive Mitgestalter:innen des Familienlebens sind – eben nicht nur „Besucher:innen“ an Feiertagen.
Wir wollen ihre Einzigartigkeit und die tiefe emotionale Verbindung zu ihren Enkel:innen für immer festhalten.
Wo finden diese Reportagen statt? Muss man sich dafür immer im Wohnzimmer der Großeltern treffen?
Der Fokus unserer Reportagen liegt ganz klar im Zuhause der Großeltern. Hier entstehen die wertvollsten Erinnerungen für die Familie: In der vertrauten Atmosphäre, zwischen persönlichen Details und den gewohnten Abläufen, lässt sich das echte Leben am authentischsten einfangen.

Es geht uns darum, das „Gefühl“ ihres Zuhauses für die nächsten Generationen zu bewahren.
Aber wir sind genauso gern bei gemeinsamen Ausflügen in den Park dabei oder begleiten die Großeltern, wenn sie die Enkelkinder in deren Zuhause besuchen. Es geht um die Begegnung, nicht nur um den Ort.
Wie schafft ihr es, dass die Fotos nicht gestellt wirken, besonders wenn Kinder und Großeltern gemeinsam im Bild sind?
Es ist unser dokumentarischer Ansatz: Wir inszenieren nichts. Alles passiert ganz natürlich und locker. Ob beim gemeinsamen Mittagessen, beim Vorlesen, bei Handarbeiten oder den ganz eigenen Ritualen, die es nur bei den Großeltern gibt – wir sind einfach stille Begleiter:innen.

So entstehen echte Momente und Emotionen statt starrer Posen.
Ihr sprecht davon, dass diese Bilder mit der Zeit immer wertvoller werden. Warum ist euch dieser Aspekt so wichtig?
Weil diese Fotos ein echtes Familienerbe sind. Wenn die Großeltern älter werden oder irgendwann nicht mehr da sind, bleiben diese Bilder als Brücke zur Vergangenheit.

Sie zeigen nicht nur, wie jemand aussah, sondern wie er liebte, lachte und lebte. Es sind Erinnerungen, die man später an die nächste Generation weitergeben kann – ein unbezahlbarer Schatz an Identität und Nähe.

Was wünscht ihr euch mit solchen Reportagen?
Wir möchten, dass die Familie beim Betrachten der Bilder sagt: „Ja, genau so sind sie!“
Wir wollen die Liebe, die Nähe und die alltäglichen Wunder einfangen, die das Zusammensein mit den Großeltern so besonders machen.
Großelternzeit im Fokus – Profi-Tipps für echte Erinnerungen
Im Alltag bleiben
Schnappt euch die Kamera nicht nur beim Geburtstag, sondern wenn Oma mit den Enkeln matscht oder Opa Socken stopft.
Hintergrund zulassen
Räumt nicht auf! Das Bücherregal und die alte Kaffeekanne gehören zur Geschichte dazu.

Interaktion suchen
Die schönsten Bilder entstehen, wenn die Großeltern vergessen, dass jemand zuschaut und ganz in das Spiel mit den Enkeln versunken sind.
Passenden Ort wählen
Egal, ob die eigene Küche, der Spielplatz um die Ecke oder der Garten der Großeltern – der Ort sollte sich für alle natürlich anfühlen.

Rituale zelebrieren
Fotografiert die „Klassiker“ – das gemeinsame Backen, das Reparieren des Fahrrads oder das Anschauen alter Fotoalben.
Die kleinen Details
Vergesst nicht die Hände, die ein Buch halten, oder die Deko-Objekte im Flur. Bilder dieser Dinge erzählen später oft die stärksten Geschichten.
Ihr interessiert euch für ein Shoooting mit Cindy und Kay? Sie sind bundesweit unterwegs – alle Infos findet ihr auf ihrer Website: cindyundkay.de
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